Aus der Chronik der Volksschule Falterschein

Die erste Schule in Falterschein wurde, so wird angenommen, im Jahre 1824 errichtet. In dem damaligen Gebäude befand sich ein 16 m² großes Klassenzimmer, eine Küche mit 6 m² und ein Schlafzimmer von 6 m² für die Lehrperson. Bis zum Jahre 1960 wurde in diesem Gebäude unterrichtet. In den Kriegsjahren von 1940 bis 1944 besuchten die Falterscheiner Schüler die Schule von Grist, das ebenso wie Falterschein ein Weiler des Zammerbergs ist. Aus dem ältesten an der Schule vorgefundenen Katalog von Lehrer Josef Neuner (er unterrichtete von 1876 bis 1915 an der VS-Falterschein) ist ersichtlich, dass im Jahre 1876 an der VS-Falterschein 23 Schüler (14 Mädchen und 9 Knaben) unterrichtet wurden. Von den damaligen Schülern wurde der Name, der Name und Charakter der Eltern oder deren Stellvertreter und die Wohnadresse aufgeschrieben. Weiters wurde schriftlich der Einstand in die Schule, der Schulbesuch, das sittliche Betragen, und die Anzahl der Schulversäumnisse festgehalten. Beurteilungen wurden in Religionslehre, Lesen, Sprachübungen, Rechtschreiben, Aufsatz, in Naturgeschichte, Naturlehre, Erdkunde, Geschichte und in Schreiben. Zeichnen, geometrische Formenlehre durchgeführt und festgehalten, Gesang und Turnen wurden nicht beurteilt. Die bisher höchste Schülerzahl an der Volksschule Falterschein war im Schuljahr 1885/86 mit 26 Schülern (14 Knaben, 12 Mädchen) Im Schuljahr 1989/90 besuchten nur 3 Schüler die Volksschule Falterschein und war damals die „Kleinste Volksschule Tirols“. Momentan besuchen 8 SchülerInnen auf 5 Stufen die VS-Falterschein.

Aus der Schulgeschichte

1824 |Errichtung des ersten Schulgebäudes neben der Kirche

1884 |Einführung des Abteilungsunterrichtes (3 Abteilungen)

1886 |Ab diesem Jahr wird ein Geschäftsprotokoll geführt, welches Ein- bzw. Ausgänge von Amtsstücken, Erlässe, Verordnungen und Protokolle beinhaltet.

1897 - 1914|In diesem Zeitraum wanderten auch Falterscheiner Kinder ins Schwabenland.

1922 |Der Bezirksschulrat teilt der Schule auf Anfrage mit: „Die Dauer des Unterrichts für das laufende Schuljahr richtet sich darnach, wann die Schule in Falterschein im Herbst begonnen hat. Bis auf weiteres ist die Schulzeit für die vier unteren Schuljahre mit zehn, für die vier oberen Altersklassen mit acht Monaten festgesetzt. Überdies wird der Schuljahresschluss um die Dauer der Anbauferien verlängert bzw. hinausgeschoben. Die Anfänger für das kommende Schuljahr haben im Mai einzutreten“. (3.5.1922)

1925 |Eine ländliche Fortbildungsschule wird errichtet

1926 |Am 21. 4. 1926 bewilligt der Schulrat für die Zeit eines dringenden Anbaues (ca. 8 Tage) ungeteilten Halbtagsunterricht mit vier Unterrichtsstunden.

1932 |Am 9. 3. 1932: Großer Schneesturm! 60 – 75 cm Neuschnee, die Schule ist fünf Tage eingeschneit.

1938 |Am 5. 4. und 6. 4. 1938 ist schulfrei wegen einer Gemeinschaftsfahrt zum Führerbesuch nach Innsbruck.

1939 |Der Landesschulrat verfügt am 13. 9. 1939 die „Einschulung“ in den Hauptschulsprengel Landeck.

1939 |Hw. Hr. Expositus Johann Fürruter ist am 6. 1. 1939 verstorben. Er war 14 Jahre Pfarrer und Religionslehrer in Falterschein.

1950 |Hw. Hr. Expositus Emil Fehrenbach feiert sein erstes heilige Amt in Falterschein.

1954 |Die Bevölkerung von Falterschein erlebt am 31. 3. 1954 erstmals die Vorführung eines Tonfilms in ihrem Weiler. Informiert wurde die Bevölkerung über die „Vorkeimmethode bei den Kartoffeln“ und die „Anwendung von Handelsdünger“

1955 |Ab 21. 3. 1955 findet bis auf weiteres nur mehr Halbtagsunterricht an der Volksschule Falterschein statt, da der Lahrer nachmittags die Kinder an der Volksschule Grist unterrichten muss.

1955 |Hw. Hr. Expositus Emil Fehrenbacher übersiedelt nach fünfjähriger Tätigkeit in Falterschein nach Kronburg. Weder der Pfarrer selbst, noch eine Abordnung von Bauern konnten bei seiner Exzellens Bischof Rusch erwirken, dass der Priester bleiben konnte. 1956 Der Neubau einer Schule wird geplant. Vertreter der Gemeinde finden trotz bergiger Lage ein geeignetes Grundstück.

1957 |Der Landesschulrat besichtigt am 11. 3. 1957 das Grundstück.

1958 |Der Landesschulrat genehmigt am 5. 8. 1958 den Neubau. Am 9. 10. 1958 findet die Bauverhandlung statt und am 13. 10. 1958 erteilt die Bezirkshauptmannschaft die Baugenehmigung.

1960 |Am 30. 10. 1960 wird die neue Schule durch Kaplan Fehrenbacher in Anwesenheit von Gemeindevertreter und zahlreich geladener Gäste feierlich eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben.Die Baukosten samt Einrichtungsgegenstände betrugen 473.887,- S (34.440 €)

1962 |Ein Schulgarten wird angelegt.

1962 |Am 17. 5. 1962 findet eine Religionsprüfung und Visitation durch Exzellens Bischof Rusch statt.

1972 - 2004|Sordo Othmar war 32 Jahre lang Schulleiter der VS-Falterschein. Am 27. 6. 1985 erhielt er von der Bezirkshauptmannschaft Landeck für seine Tätigkeit ein Dank- und Anerkennungsschreiben. Am 29. 6. 1993 wurde er für besondere Verdienste um die Tiroler Schule vom Land Tirol ausgezeichnet. Am 3. 12. 1996 wurde er zum Oberschulrat ausgezeichnet. Am 28. 7. 2004 erhielt er ein Dank – und Anerkennungsschreiben vom Land Tirol im Zuge seiner Pensionierung.

2004 - 2012|VOL Dipl. Päd. Lechleitner Ulrike (Wechsel an VS-Eichholz /Fließ)